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Demagogen, Populisten, Fremdenfeinde

Wie gefährdet ist die Demokratie durch die „Neue Rechte“?

Prof. Dr. Wolfgang Benz

Die Barbarei des NS-Regimes begann mit der Demagogie eines „Führers“, an dessen Verheißungen immer mehr Menschen glaubten. Sie begann auch mit Politikverdrossenheit und Verachtung von Demokratie und Toleranz. Das ist die deutsche historische Erfahrung, mündend in eine Erinnerungskultur, die von einer rabiaten Minderheit zunehmend abgelehnt wird. Die Frage lautet, ob wir aus der Geschichte gelernt haben, oder ob die abgedroschenen Phrasen des Nationalismus, der Ungleichheit der Menschen, des Rechts des Stärkeren, dass die alten Feindbilder mit neuen Adressaten wieder wirksam sind, dass sich dem alten Antisemitismus neuer Hass gegen Muslime zugesellt. Die Gefährdung der Demokratie ist evident, wenn man die Parolen der Populisten einst und jetzt vergleicht.

Prof. Dr. Wolfgang Benz, geboren 1941, ist einer der bekanntesten deutschen Historiker der Nachkriegszeit. Er ist ein ausgewiesener Kenner des Holocaust und leitete bis 2011 das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Aktuell befasst er sich mit der neuen Entwicklung von Fremdenhass und Wutbürgertum. 2016 gab er das Buch „Fremdenfeinde und Wutbürger. Verliert die demokratische Gesellschaft ihre Mitte?“ heraus. Er hatte zahlreiche Gastprofessuren, u.a. in Australien, Bolivien und Mexiko und ist Autor und Herausgeber von vielen Publikationen zum Holocaust und zum Antisemitismus, u.a. „Der Holocaust“, 2014 oder „Antisemitismus. Präsenz und Tradition eines Ressentiments“, 2015, sowie von mehreren Buchreihen. Außerdem ist er Mitglied im P.E.N..

13.10.2017, 19:00 h
NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln – Altstadt Nord
Eintritt: 4,50 €, erm. für Mitglieder, Schüler, Studenten u. Arbeitslose 2,00 €