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Bin ich ein(e) Demokrat(in)?

40. Samstaggespräch (nur für Mitglieder)

Prof. Dr. Wolfgang Benz

Totalitäre Herrschaften wie das NS-Regimes neigen dazu, die Komplexität der Welt zu vereinfachen und in Gegensätze aufzuspalten: Gut – Böse, Richtig – Falsch, Opfer – Täter, Wir – die Anderen. Das Fremde wird abgelehnt, sogar als Gefahr für das Eigene gesehen und bekämpft. Feinde werden imaginiert. Sie schaffen Identität über die Ausgrenzung des Andersartigen.

Eine Demokratie dagegen erhebt den Anspruch, Fremdes zu integrieren, Individualität zu fördern, Vielfalt zu tolerieren, Freund – Feind – Aufspaltungen zu überwinden. Aber läuft sie nicht, provozierend gefragt, Gefahr, durch die Trennung: „Wir Demokraten“ – „Ihr Nicht-Demokraten“ (Demagogen, Populisten, usw.) die Freund – Feind – Aufspaltung durch die Hintertür einzuführen? Was bedeutet „Integration“ in einer Demokratie? Wie stark gefährden in Wirklichkeit Demagogen und Populisten, wie wir sie heute in der AfD und Pegida erleben, die echte Demokratie?

Seit Jahren führen wir im PAKH einen Dialog auf den seelischen Trümmern, die uns ein diktatorisches System als Erbe hinterlassen hat. Ist unser Dialog demokratisch? Kann er auf die Gesellschaft übertragen werden?
Angeregt durch den Vortrag von Prof. Benz am vorhergehenden Freitagabend möchten wir diese Fragen persönlich und anhand unserer eigenen Erfahrungen mit ihm gemeinsam diskutieren.

 

14.10.2017, 10:30 – 17:00 h
Universität Köln – Studiendekanat der Medizinischen Fakultät
Referat IV – Gebäude 65 – Josef-Stelzmann-Str. 9 a
50924 Köln-Lindenthal