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Intersubjektivismus, eine gute Idee ihn zu praktizieren, aber wie funktioniert er in der Theorie?

Ein Nachdenken über „das Dritte“, die Anerkennung und über Verwicklungen

Wissenschaftlicher Gastvortrag im IPR (Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie im Rheinland e.V.)

Jessica Benjamin/New York

In Ihrem  Vortrag zeichnete Jessica Benjamin auf metapsychologischer Ebene den Weg von der Säuglingsbeobachtung bis zur intersubjektiven Psychoanalyse auf. Dabei geht es ihr weniger um die Säuglingszeit selbst, als vielmehr um die Untersuchung der Mutter – Kind – Beziehung im intersubjektiven Kontext. Begriffe wie Anerkennung, Gegenseitigkeit, Reziprozität  bilden Schlüsselkategorien zur Beschreibung der affektiven Einstimmung zwischen Zweien als frühester Form des Dritten. Das Paar entdeckt, findet und erschafft  in einer  Gemein-schaftsleistung im Miteinander ein anerkennendes  Drittes – einen Bezugsrahmen, der Momente der Zerstörung und des Auseinanderbrechens überleben kann.

Jessica Benjamin, New York, ist Associate Professor of  Clinical Psychology im Rahmen des Postdoctoral Program in Psychotherapy and Psychoanalysis der New York University und Mitglied des Lehrkörpers der New School for social Research in New York.
Sie hat u. a. in Frankfurt a. Main bei Theodor Adorno studiert. Benjamin gehört zu den wichtigsten Theoretikerinnen der relationalen Psychoanalyse.

Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.  Die Fesseln der Liebe., Stroemfeld / Roter Stern 1993; Der Schatten des Anderen.  Stroemfeld/ Nexus 2002 sowie „Tue ich oder wird mir angetan? Ein intersubjektives Triangulierungskonzept“, In:  Altmeyer/Thomä:  Die vernetzte Seele (Klett-Cotta 2010)

Am Samstag, den 07.11.2015 moderierte Frau Benjamin  zwei Kasuistisch-technische Seminare mit inhaltlichem Bezug zu ihrem Vortragsthema.