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Ruanda – 20 Jahre nach dem Genozid

Die Destabilisierung einer Region, und was Deutschland damit zu tun hat

Univ.-Prof. Nando Belardi

Vortrag im EL-DE-Haus (NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln)

Vor 20 Jahren, am 6. April 1994, begann der Genozid an den Tutsi in Ruanda. Innerhalb von etwa 100 Tagen wurden knapp eine Million Menschen ermordet. Heute wissen wir, dass  keine Stammeskonflikte zu dem Völkermord führten,  sondern dass die bis 1959 privilegierte Volksgruppe der Tutsi von einer militanten Gruppe innerhalb der ruandischen Bevölkerungs-mehrheit der Hutu planmäßig umgebracht werden sollte.

Der Vortrag informierte über Vorgeschichte, Ablauf und Entwicklung der Massenmorde in diesem Land und über das Versagen der internationalen Gemeinschaft. Darüber hinaus ging er kurz auf die juristischen und psychologischen Folgen ein sowie auf die Verlagerung des Konfliktes in den Osten des Kongo. Dort finanzieren sich u.a. Milizen der ruandischen Konfliktparteien durch Schmuggel von Rohstoffen. Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen verloren im Ost-Kongo seit 1994 etwa weitere fünf Millionen Menschen ihr Leben. Was hat Deutschland mit diesen Auseinandersetzungen zu tun?

Nando Belardi ist em. Universitätsprofessor für Sozialpädagogik und hat die Region oft bereist. Kürzlich erschienen von ihm ein E-Book über das Thema des Vortrags bei Kindle sowie in der politikwissenschaftlichen Fachzeitschrift “Blätter für deutsche und internationale Politik” (Nr. 4/2014, S. 53-63) als Hauptbeitrag “Ruanda: Der Genozid in hundert Tagen”.